Kajaktour rund um Fehmarn


Das Wetter an Christi Himmelfahrt war hervorragend und so beschlossen wir eine mehrtägige Paddeltour zu machen. Unsere Wahl fiel auf Fehmarn, da wir gelesen hatten, dass sie gemütlich in vier Tagen zu schaffen sei und außerdem war dies der Härtetest für unsere GoPro (Video findet ihr unten).

 

Dank Kartenmaterial von Openseamap und dem Buch „Kanu Kompass: Dänische Südsee – Deutsche Ostsee“ fühlten wir uns gut gewappnet. Auf der DKV Homepage erfuhren wir, dass bei Puttgarden der Fährhafen nur weit draußen passierbar sei. Das brachte uns auf die Idee, östlich von dort einzusteigen und westlich am vierten Tag wieder anzukommen und somit diese Gefahrenstelle zu umgehen.

Rund Fehmarn im Kajak from Daniel Kerkhoff on Vimeo.

So brachen wir Mittwochnachmittag auf, um am Donnerstagmorgen gleich aufs Wasser zu können. Pünktlich um 21:55 kamen wir auf dem Campingplatz Puttgarden an. Dieser hätte um 22:00 Uhr geschlossen und der Verwalter machte auch den Eindruck, als würden um diese Uhrzeit nicht sehr viele Leute einchecken. Der Zeltplatz war einfach und zweckmäßig, aber die Sanitäranlagen entsprachen dem, was man von einem Campingplatz erwartet, der direkt an der Fähre liegt… Und doch gab es dort Dauercamper – merkwürdig.

Am nächsten Tag stiegen wir entgegen unseres Planes doch westlich von Puttgarden an der Motorbootrampe ein. Der Parkplatz hier war kostenlos und durch die morgendlichen Angler und die Touristen am Mittag auch immer unter Beobachtung. Die Überfahrt über die Fährstraße gestaltete sich als recht einfach, allerdings hatten wir auch keinen Wind und nur wenig Strömung gegen uns. Bei Gegenwind und ordentlich Welle sollte man die Überfahrt doch gut abschätzen.

Daniel unterwegs

Daniel unterwegs

Der Turm der Marineküstenstation Staberhuk war gleich nach der Umrundung der Nördlichen Spitze Fehmarns gut zu erkennen. Wie immer leicht frustrierend, wenn man sein Ziel schon in weiter Ferne ausmachen kann, aber weiß, dass es noch Stunden dauern wird, bis man dort ist. Die Ostküste Fehmarns zeichnet sich vor allem durch ihre steile Küste aus. Der Strand ist aber fast durchgehend gut zum anlanden, auch wenn ab und an auf große Steine geachtet werden muss.

Kurz nach dem Leuchturm Staberhuk machten wir unsere ersten Stopp am Campingplatz Südstrand. Leider hatten wir einen Zeltplatz weit weg vom Wasser. Die Plätze am Deich waren für Wohnwagen reserviert. Darüber hinaus wollten wir wegen der vielen Kinder und Menschen am Strand unsere Boote nicht unbedingt dort lassen. So brauchten wir Stunden bis unser Zelt aufgebaut war und als hätte dies nicht gereicht, fiel der Brunnen neben unserem Platz plötzlich aus, sodass wir ständig zum Sanitärhaus laufen mussten, was natürlich direkt am Wasser war.

Der nächste Tag versprach Rückenwind. Wir kamen sehr gut vorwärts und passierten schon bald den Fehmarn Yachthafen. Die Tonnen Burg 2 und Burg 3 waren unsere Markierung. Zu unserem Glück war noch relativ wenig los, so früh am Morgen. Bis dorthin änderte sich die Landschaft. Von schöner naturbelassener Küste zu touristischer Hochburg, ein spannender Kontrast. Den Campingplatz Wulfner Hals ließen wir ebenso, wie das Highlight der Tour, die Fehmarn Sund Brücke hinter uns. Trotz des guten Wetters, oder grade deswegen, entschlossen wir uns schon am Mittag die Tour am Campingplatz Strukkamhug (sehr zu empfehlen), direkt hinterm Leuchturm zu beenden. Wir wollten noch ein paar Übungen am Stand machen, z.B. endlich an unserer Kenterrolle arbeiten. Das Wasser war zwar noch kühl, aber im Trockenanzug konnte man gut eine Weile im Wasser stehen. Zu unserer Überraschung klappte die Rolle mit unseren neuen Eskipaddeln sofort. Ein weiter Grund diese Paddel zu verwenden.

Glücklich

Am dritten Tag trieb uns der Wind zügig über die Orther Bucht und am Flügger Leuchturm vorbei. Ab hier kam der Wind von der Seite. Wir hatten erwartet, dass uns die Insel ein gutes Stück vor dem Wind schützen würde, aber da hatten wir uns getäuscht. Statt nördlich mussten wir einen Kurs ONO anpeilen um nicht vom Wind auf die Ostsee getrieben zu werden. Trotzdem schafften wir die Westseite der Insel noch an diesem Tag. Die Küstenlinie an diesem Teil der Insel lud auch nicht sehr zum Verweilen ein. Der Gegenwind im Fehmarn Belt gab uns einen Vorgeschmack auf das, was uns am letzten Tag erwarten sollte. Daher versuchten wir trotz ordentlichem Wellengang so weit zu kommen, wie wir konnten. Am Camping am Belt war dann aber nach 20km definitiv Schluss. Hier jedoch, fanden wir einen der schönsten Campingpätze der Insel vor. Vom Wasser aus ist er am Waschhaus zu erkennen, dieses lugt knapp über dem Deich hervor. Leider befindet sich die Anmeldung gefühlte 1000 Meter südlich davon.

Der letzte Tag brachte genau das, was der Tag zuvor uns schon erahnen ließ. Wind und Welle wollten unbedingt verhindern, dass wir die Tour abschließen konnten. Die Kite und Windsurfer, die sich hier versammelt hatten, genossen diesen Umstand jedoch offensichtlich. Zum Glück waren es nur knappe 9 km bis zum Ziel, sodass wir mittags glücklich und erschöpft an der Motorbootrampe Puttgarden aussetzen konnten.

Insgesamt eine sehr schöne Tour, die wir sicherlich nochmal wiederholen werden. Sollte das Wetter mal nicht mitspielen, bietet die Insel selbst genügend Abwechslung, um auch mal ein oder zwei Tage abzuwettern.