Die Beerster Kanuregatta


DSC_0089Recht frühzeitig begannen im Jahr 2010 meine Überlegungen für die Kanuregatta. Nachdem Meike Goetsch mir eindeutig signalisiert hatte, dass sie bei den kommenden Regatten gerne“ außen vor“ wäre musste ich also jemanden finden, der das Büro übernimmt, sich mit Kanuregatten auskennt und auch Ahnung von PC-, Soft- und Hardware hat. Gott sei Dank stand Janne parat und erfüllte auch alle Voraussetzungen. Im letzten Jahr hatte sie schon einen Großteil der Arbeiten übernommen. Die Software und die allgemeinen Abläufe waren ihr bekannt, der Ablauf einer Kanuregatta ebenso… bestens!

Wie machen wir's nur..?

Wie machen wir’s nur..?

Ab März fingen wir, Janne und ich, an uns Gedanken zu machen. Die Kanuregatta sollte von Grund auf neu ausgerichtet werden. Statt der sehr aufwendigen Urkunden wollten wir auf Medaillen umschwenken. Durch weitere Suchen im Internet entschieden wir uns, die in den bisherigen Jahren recht beliebten Sachpreise in Bederkesa komplett zu streichen. Pokale für die Langstrecke, Medaillen für die Kurzstrecke…. Wir wollten es probieren!

Anfang Juni kamen uns weitere Ideen…. Gastronomie am Kanal, das Dobbendeel und Irina’s Baguetterie wollten wir haben!

Die Preisverleihung durch David McAllister (im Juni noch „nur“ Vorsitzender der CDU in Niedersachsen).

Auch nicht schlecht! Also: 3 Anfragen verschickt! Die erste Zusage kam von David McAllisters Büro: „Klar ist Herr McAllister dabei, es ist eine Veranstaltung, die ihm sehr am Herzen liegt“ Das Dobbendeel sagt kurz danach zu, Irinas Baguetterie besuchten wir auf den Ankeloher Reitertagen persönlich um alles fix zu machen… Die Genehmigung zur Aufhängen der Plakate im Ort lief quasi nebenbei… aber auch dies bedurfte wieder 2 oder 3 Telefonaten.

Da David McAllister zwischenzeitlich zum Ministerpräsidenten gewählt wurde habe ich eine erneute Anfrage, diesmal an die Niedersächsische Staatskanzlei, gestellt. Ob der vorab zugesagte Termin noch Bestand hätte. Als Antwort kam ein sinngemäßes „Natürlich!“. Das hatten wir also schon einmal in trockenen Tüchern.

Dann kam noch etwas: Der SC Hannover hatte im Vorjahr doch gesagt: „Wenn wir bei euch gut übernachten können, dann bringen wir noch 20 – 30 Schüler mehr mit“ OK, nur wohin mit denen???DSC_0107
Schullandheim Bederkesa… teuer und unflexibel, weil nur incl. Frühstück möglich. Hallo??? Kanuten sind Selbstversorger!
Jugendherberge in Wüstewohlde: gleiches Bild.
Spontane Idee: frag doch mal bei Alice Roes von der TKF nach… und während des Telefonats: Was ist denn mit der Amtsscheune? Hmm… grundsätzlich möglich, wenn ihr alles sauber hinterlasst…!

Da ich unsere Gäste und die Vereine bzw. deren Verantwortliche inzwischen ja kenne, konnte ich dies ohne jegliches schlechtes Gewissen zusagen! Genial, wir haben die komplette Amtsscheune für das Wochenende zur freien Verfügung bekommen! Selbst das Amtshaus hätten wir nutzen dürfen! Und alles völlig unentgeltlich! Vielen vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an die TKF und die SG Bad Bederkesa.

Was jetzt noch fehlte, das waren die Meldungen der Vereine. Unser Ziel war, das Vorjahr zu übertreffen… Anfang September, wie gewohnt, noch nix! Auch bis zum offiziellen Meldeschluss der Regatta, naja, eher wenig…

Janne bekam zuerst, ich erst ein paar Tage später leichte Panik… denn:

Wir hatten ja nicht nur:

  • den kompletten Auszeichnungsmodus umgestellt
  • externe Unternehmen mit in’s Boot genommen
  • und…
  • mit Plakaten in Bad Bederkesa, Artikeln in der lokalen Presse und im Internet Werbung für
    die Regatta gemacht…

Gott sei es gedankt, wie auch in den Jahren vorher, trudelten die Meldungen nach und nach ein. Verspätet zwar, aber das kannte ich ja inzwischen seit Jahren…

Als dann endlich alles klar war (17 Vereine hatten inzwischen gemeldet), und auch die erneute Zusage der Siegerehrung durch David McAllister vorlag, da mussten Janne und ich noch Streckenflaggen (ca. 4 Std. Telefonate insgesamt) organisieren und die Plakate selbst entwerfen, drucken lassen und auf Spanholzplatten kleben und aufhängen (locker 10 – 12 Stunden von Janne und mir).

DSC_0106Knapp eine Woche vor der Regatta kehrte kurzzeitig Ruhe ein. Das Programm stand, Presse, Plakate, etc. waren im Boot, Medaillen und Pokale waren bereits in Beers bei Peter… eigentlich alles organisiert.

Ein paar Tage vorher (3 oder 4?) rief Janne mich an: „Die Firma Mahrenholz übernimmt die Pokale für die drei 75m-Rennen, die durch David geehrt werden“

Prima… Ratz fatz Programm geändert: die 75m-Rennen heißen jetzt Mahrenholz-Cup, David wurde informiert. Alles kein Problem… wir sind ja flexibel! Das gedruckte Programm der Regatta brachten Janne und ich persönlich bei David vorbei.

Irgendwann telefonierte ich auch noch mit Thorsten… Herr Graw der vorsitzende des Kreissportbundes wird auch vorbeikommen, möchte an der Siegerehrung teilnehmen und sich über unsere Vereinsarbeit informieren und evtl. auch mit einer Spende einbringen.

Ja auch das haben wir noch irgendwie eingebaut!

Jetzt ging die Regatta vor Ort los!

Peter, Steffen und die Seglerjugend des Vereins (einen herzlichen Dank an euch!!!) haben das Gelände zusammen mit weiteren Helfern hergerichtet. Die Firma Dohrn war alarmiert und mit der Lieferungen dabei. Die Athleten konnten kommen!

DSC_0080Der 24.02.2010… Die ersten Aktiven kamen an. Einige lotse ich persönlich durch den, wegen der Bauarbeiten, gesperrten Ortskern. Der Freitagabend klang dann, dem Hörensagen nach, gegen 3:00 Uhr aus.

Am Sonnabend startete die Regatta, für Janne, Ulf, Günter und mich um 7:00 Uhr mit Aufräumen auf dem Gelände, Feudeln des Bootshauses und Vorbereiten der Obleutebesprechung um 10:00 Uhr. Kaffee und Tee wurden gekocht, Tische und Stühle gerückt… dann konnte es los gehen.

DSC_0095Janne und ich waren in der Obleutebesprechung, während Dennis Seebeck, Günter und die DLRG die 200m-Strecke, den Start und das Ziel am Kanal aufgebaut haben. Ab da war alles wie gehabt… bzw. wie in den Jahren zuvor! Janne hatte das Büro im Griff, Gerd Bode (ebenfalls Starter während unserer Regatta) von der Wassersportvereinigung Göttingen leistete freundlicher Weise mal wieder Erste Hilfe.

Ein weiterer Punkt, den ich an der Regatta so liebe… selbst unsere Gäste helfen mit. Wenn irgendein Problem Auftritt: Eine simple Frage und sofort sind genügend Helfer bereit. Vor zwei Jahren gab mir ein Teddy Schweizer spontan seine Autoschlüssel, da wir einen Wagen mit Anhängerkupplung brauchten, um ein Schlauboot nach Beers zu fahren… Boote jeder Art in den Kanal zu slippen ist ebenfalls nie ein Problem, denn das ganze Gelände ist voll mit sportlichen,  räftigen Sportlern… Es macht einfach Spaß zu sehen, wie dieses gesamte Kollektiv zusammenwirkt!

DSC_0102Statt der gemeldeten 21 Vereine kamen wir letztendlich auf 27. Aus diesen Vereinen nahmen 274 Sportler an unserer Regatta teil! Ein Ergebnis, was wieder einmal das Vorjahr in den Schatten stellt und ich kaum für möglich gehalten hätte!!

Der Sonnabend begann mit den Qualifikationsläufen für die Kurzstrecke am Sonntag.

Im Anschluss daran starteten die Langstreckenrennen, also die 6000m für die Großen und die 2000 m für jüngeren Starter. Alles lief ohne weitere Komplikationen, die DLRG deckte den Streckenverlauf mit ihren beiden Booten ab und sorgte für die entsprechende Sicherheit auf dem Wasser. Der einzige Zwischenfall war ein Krampf eines Sportlers, etwas 2 km vom WSB entfernt. Hier wurde professionelle Hilfe geleistet.

Nach kurzer Pause fand dann vor dem Bootshaus am Kanal die Siegerehrung für die Langstreckenrennen statt. Die Sieger erhielten jeweils einen Pokal, die zweiten und dritten eine Medaille.

Kaum waren wir damit durch mussten das Start- und Zielteam schon die 75-m-K.O.-Sprints vor dem Bootshaus vorbereiten und starten. Dieses Jahr wurden diese Rennen durch die Firma Mahrenholz aus Bremerhaven gesponsort, so dass wir spontan eben den Mahrenholz-Cup einführten.

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David McAllister (Ministerpräsident des Landes Niedersachsen) und Harald Graw (Kreissportbund) während der Siegerehrung.

Der Deich stand voll mit Zuschauern und die Rennen starteten… Gerd Bode und ich waren die Starter, Karl Paufler von der KRGB und Günter übernahmen das Ziel. Zu Beginn der Rennen traf auch unser Ehrengast, David McAllister (mit Töchterchen), wie versprochen ein. Janne nahm ihn in Empfang, führte ihn über das Gelände und an der Strecke entlang und gab ihm Infos zur Regatta. Interessiert verfolgte er die Rennen und im Anschluss nahm er, zusammen mit Harald Graw vom KSB, die Siegerehrung vor. Alle Gäste unserer Regatta nahmen dieses als große Ehre war und als
Auszeichnung für unsere Regatta.

Danach klang der Abend gemütlich im Casino aus.

DSC_0155Der Sonntag startete leider verregnet… und blieb leider auch so! dennoch waren spannende Rennen an der Strecke zu beobachten. Abgesichert wie gewohnt durch die DLRG, die auch einige Einsätze hatte. Spektakulär war wohl die Kenterung eines Vierers noch vor dem Start… das habe ich in all den Jahren noch nie erlebt!
DSC_0124Die Sieger wurden am Sonntag direkt auf dem Wasser geehrt. Sarah Trübner und Lis Gillen verliehen vom Moorteufel aus den Sportlern direkt ihre Medaillen, so dass die Siegerehrung am Ende der Veranstaltung entfiel. Dies kam den Gastvereinen sehr zu Pass, denn so konnten sie früher als gewohnt die Heimreise antreten…
Alle Teilnehmer gaben mir nach der Veranstaltung ein positives Feedback. Unser Regatta-Team hat mal wieder eine super Leistung vollbracht!

Nach den Aufräumarbeiten verließen Janne und ich letztendlich gegen 17:30 Uhr als letzte das Bootshaus. Es war geschafft! Erschöpft, aber zufrieden haben wir die Veranstaltung beim Chinesen bei einem leckeren Abendessen abgeschlossen! Dieses nächstes Jahr zu toppen wird schwer… aber wir versuchen es! Neue Pläne sind bereits gefasst, neue Rennen bereits ausgeschrieben… auf ein Neues!

An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten noch einmal danken:

  • den im Programm und hier genannten
  • den stillen Helfern im Hintergrund, die jedes Jahr wieder dabei sind
  • der Samtgemeinde, TKF, Irina wie auch dem Dobbendeel
  • dem gesamten WSB-Team
  • all unseren Gäste und vor allem deren Helfern, die seit Jahren uns helfen, die Regatta zu
    meistern!

P1040557Und als Fazit möchte ich hier anmerken:

  • Die Kanuregatta rentiert sich für den Verein (jahrelang wurde es bezweifelt!)
  • Sie bringt uns öffentliches Ansehen und Aufmerksamkeit
  • Sie ist nur möglich Dank des genialen Teams, was hinter der Regatta und somit auch hinter mir steht!!!
  • Nur Dank euch ist es möglich, eine solche Veranstaltung durchzuführen! Der Ausfall von Christoph in diesem Jahr hat mindestens 4 Stunden an Telefonaten, Grübeln etc. gekostet…
  • Ich würd mir wünschen, wenn im nächsten Jahr einige neue Mitglieder sich die jeweiligen Aufgaben anschauen, denn über kurz oder lang werden wir Alternativen brauchen, die dann auch wissen, was zu tun ist… und denen nicht alles erklärt werden muss!

Ich danke allen, für die großartige Veranstaltung, die wir auf die Beine gestellt haben!

Euer Jens