Keine Blaualgen im Kanal


Von Jens Ropers

Liebe Wassersportler,

sicher habt Ihr alle die Aufregung rund um die vermeintlichen Blaualgen (Cyanobakterien) in Kanal und See während des Seefestes mitbekommen. Der Wassersportverein Bederkesa hat sich entschlossen, die Vier-Seen-Fahrt offiziell abzusagen, da nicht auszuschließen war, dass es sich bei dem Algenteppich auf dem Kanal um Cyanobakterien handelt. Das ganze war sehr kurzfristig, am Freitag Mittag vor dem Seefest bekannt geworden, so dass keine Alternativen mehr bestanden.20160819_172001

Recherchen eines Vereinsmitglieds haben nun ergeben, dass die ganze Geschichte offensichtlich sehr unglücklich gelaufen ist.

Was man nun im nachhinein festhalten kann ist folgendes:

  • die Aussagen wurden wohl ausschließlich anhand dieses Fotos getroffen
  • es wurden keine Wasserproben aus Kanal oder See entnommen und auf Cyanobakterien untersucht
  • eine entsprechende Untersuchung ist auch nicht geplant
  • da weder See noch Kanal offizielle Badegewässer sind, sieht die zuständige Behörde keinen Anlass für Untersuchungen

Somit weiß aktuell niemand, ob es sich wirklich um Cyanobakterien handelt oder gehandelt hat.

Wer allerdings aus Beers kommt, der kennt den Anblick und denkt sich nichts weiter dabei. Jeden Sommer “blühen” Kanal und See, so wie auch in diesem Jahr, oder noch schlimmer.
Wassersport wurde trotzdem immer weiter betrieben ohne dass die, für Cyanobakterien typischen Symptome wie u. a. Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündung, Durchfall, Ohrenschmerzen, Fieber auftraten. Zumindest ist mir kein Fall bekannt, bei dem solche Symptome im Zusammenhang mit Wassersport auf Kanal oder See auftraten.

Am Verein haben wir den normalen Trainings- und Sportbetrieb wieder aufgenommen, auch gebadet wurde bereits wieder, ohne dass irgendwelche der o. g. Symptome auftraten.

Für die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn sich die offiziellen Stellen früher entsprechende Gedanken machen und nicht erst am Freitag des Seefests. Außerdem sollten entsprechende Aussagen, die zur Absage von Veranstaltungen, die das Seefest prägen, führen nicht anhand von Fotos getroffen werden. Eine Untersuchung einer Wasserprobe wäre wohl das Mindeste gewesen, um belastbare Aussagen treffen zu können.